Der Borns Pfeder – Lebensbeschreibung des Johann Peter Amend

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Was ist „Der Borns Pfeder“?

„Nachdruck“ der Lebensbeschreibung des Johann Peter Amend, genannt BornsPfeder. Die Originalausgabe erschien 1988 im Selbstverlag bei Holger Breitenbach und Werner Amend.

Bei der Betrachtung des Lebens der Vorfahren fallen uns manche als markante Persönlichkeiten auf. Eine dieser Persönlichkeiten war
Johann Peter Amend genannt der BornsPfeder (* 22. Dezember 1877 + 04. Mai 1938). Hier soll das „Bild“ dieses Mannes gezeichnet werden und Verständnis für ihn und sein Leben geweckt werden.

Seine Nachkommen, so denke ich, sollen die Möglichkeit haben, mehr über diesen Mann und sein Leben zu erfahren.
Das Leben und Wirken des BornsPfeder, das sich vornehmlich in Partenstein abspielte, gibt auch Einblick in die Verhältnisse und die Lebensweise zur damaligen Zeit in Partenstein.

Der Arbeitergesangverein Partenstein

Am Mittwoch dem 11. Januar 2006 wurde in einer Mitgliederversammlung in der Gassenwirtschaft von den 11 erschienen Mitgliedern die Auflösung des Arbeitergesangvereins beschlossen. Im Protokoll der Auflösungsversammlung steht, dass „Trotz längerer Diskussion nicht mehr nachvollzogen werden konnte wann die Erstgründung des Vereins wirklich war“. Der Verein soll 1933 von den Nationalsozialisten verboten worden sein und wurde am 7. März 1953 von 26 -neuen- Gründungsmitgliedern wieder zum Leben erweckt. Der im Jahr 1931 gegründete Gesangverein „Sängerlust“ blieb bestehen, lediglich in den Kriegsjahren „verflachte die Aktivität des Chores zwangsläufig“ (750 Jahre Partenstein, Seite 168, Hrsg. Gemeinde Partenstein 1985)

In der Generalversammlung vom 8. Dezember 1957 war beschlossen worden, die Mitglieder und die Fahne des ehemaligen Sängerkreises „Gemütlichkeit Partenstein“ zu übernehmen. Der Sängerkreis „Gemütlichkeit Partenstein“ war im Jahr 1900 gegründet und die Fahne 1905 geweiht worden.

Im Jahr 1976 war der „ruhende“ Arbeitergesangverein „Gemütlichkeit Partenstein“ aus dem Maintalsängerbund ausgetreten.

In der vom Bürgermeister Heinz Steigerwald geleitete Versammlung wurde über die Auflösung des Vereins abgestimmt. Alle 11 anwesenden Mitglieder stimmten für die Auflösung. Es lag auch eine schriftliche Erklärung des Mitgliedes Alfred Amend, Buchstraße 23 vor, dass er für die Auflösung des Vereines sei.

Der frühere Kassenwart Helmut Diehl gab bekannt, dass der Verein noch ein Vermögen von 2.546,40 € auf dem Sparbuch hat.

Nach einer kurzen Diskussion wurde die Aufteilung des Vermögens wie folgt beschlossen:

1. Die Partensteiner Musikanten erhalten für ihre Nachwuchsförderung 500.- €
2. Der Geschichts- und Förderverein Burg Bardenstein und die Initiative „Ahler Kråm“ erhalten für Ihre Arbeit der Geschichtsforschung ebenfalls 500.- €.
3. Den Rest in Höhe von 1.546,40 € erhält der Diakonieverein Partenstein.

Die Versammlung beschloss, dass die Spenden von den anwesenden Gründungsmitgliedern Georg Amend, Kurt Imhof, Willi Mützel, Erhard Mehrlich und Valentin Steigerwald an die Vertreter der Vereine übergeben werden.

Die Vorhandenen Vereinsunterlagen, wie Protokolle, Mitgliederlisten, Noten und Notenschrank sowie Kassen- und Sparbuch erhält das Museum „Ahler Kråm“, in dem bereits auch die Fahne aufbewahrt wird.

Die Einladung zu der Auflösungsversammlung war im Amtsblatt Nr. 51/52 der VG Partenstein vom 23.12. 2005 mit folgender Tagesordnung erschienen:
1. Kurzbericht.
2. Beratung und Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins.
3. Beschluss über die Verwendung des Vereinsvermögens.
4. Sonstiges.

Die bei der Mitgliederversammlung 11. Januar 2006 anwesenden:
Georg Amend; Konrad Imhof; Michael Born; Alfred Breitenbach; Willi Mützel; Erhard Mehrlich, Valentin Steigerwald; Helmut Diehl; Hermann Reuchlein; Karl Mehrlich; Heinz Steigerwald.

Auf dem Papier hatte der Verein zur Zeit der Auflösung noch 35 Mitglieder, doch das Vereinsleben ruhte seit dem 4. Juni 1976. Die Ursache für den Niedergang des Vereins soll die Kündigung des Proben-Lokals, dem Gasthaus „zum Hirschen“ (Rexroth) heute „Delphi“ gewesen sein.

Nach der Meinung der anwesenden Mitglieder wurde der Verein um 1890 gegründet. In einer Aufstellung von 1905 wird berichtet, dass der Gesangverein 25 aktive, 15 passive und der Sängerkreis „Gemütlichkeit“ 45 Mitglieder habe. Es ist möglich, dass mit dem erwähnten Gesangsverein der Arbeitergesangverein gemeint ist. Es kann aber auch der Gesangverein „Einigkeit“ gemeint sein, der „1896 Erneuert“ 2 wurde

Über die Zeit von der Gründung bis zum vermuteten Verbot durch die Nazis 1933 konnten bisher keine Hinweise gefunden werden.

Die Neugründung fand am 7.3. 1953 statt. Es wurde „zur Regelung der Vereinsgeschäfte“ ein Ausschuss ernannt. Dem Ausschuss gehörten an:

Johann Amend
Arthur Steigerwald
Richard Breitenbach und
Helmut Neuf.

Dieser Ausschuss nahm die Herren Johann Steigerwald und Adolf Amend als Ehrenmitglieder in den Verein auf.

Eine Eintragung in das Vereinsregister wurde diskutiert, ein Entschluss darüber wurde vertagt. Die Eintragung erfolgte nicht.
Die Gründungsmitglieder:
Johann Amend, Ottwald Born, Arthur Steigerwald, Peter Roth, Richard Breitenbach, Alfred Breitenbach, Helmut Neuf, Karl Amend, Michael Steigerwald, Kurt (Konrad) Imhof, Konrad Steigerwald, Willi Weigand, Valentin Steigerwald, Georg Amend, Michael Amend, Karl Breitenbach, Jakob Raquet, Michael Neuf, Christian Stadtherr, Willi Rexroth, Helmut Diehl, Willi Diehl, Wilhelm Steigerwald und Georg Herrmann (Dirigent)

Ehrenmitglieder:
Johann Steigerwald und Adolf Amend

Drei Wochen nach der Gründungsversammlung, am 28. März 1953 trafen sich 16 Mitglieder zur Hauptversammlung. Dort wurde Richard Breitenbach zum 1. Vorstand und Arthur Steigerwald zum 2. Vorstand gewählt. Helmut Neuf wurde Schriftführer und Johann Amend Kassierer. Vereinsdiener wurde Kurt Imhof.

Ein Vereinsausschuss sollte die Vorstandschaft bei Veranstaltungen unterstützen. Diesem gehörten die Herren Helmut Diehl, Christian Stadtherr, Peter Roth und Konrad Steigerwald an.
Alle Vorstandsmitglieder wurden per Akklamation gewählt.
Der 1. Vorstand Richard Breitenbach umriss die Grundgedanken des Vereins, die Pflege des Gesangs und der Geselligkeit. Politische und konfessionelle Gedanken wollte man nicht fördern.

Am 4. April 1953 hatte man Erkundigungen eingeholt und beschlossen den Verein nicht in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Man zog in Erwägung, sich später einem Sängerbund anzuschließen. Den Mitgliedsbeitrag legte man auf 0,40 DM monatlich fest. Die Beiträge mussten monatlich an den Vereinsdiener Kurt Imhof entrichtet werden.

Zum Muttertag wollte man einen Liederabend abhalten. Doch es fehlte an Liedmaterial. Deshalb fuhren am 12.4. 1953 drei Vorstandsmitglieder nach Frammersbach um dort brauchbares Liedmaterial auszuleihen. Gleichzeitig luden sie den Arbeitergesangverein Frammersbach zu dem geplanten Liederabend am Muttertag ein.

Am 18.4 1953, nach der „Singstunde“, so wurde das Übungssingen genannt, besprach man, welche Vereine, außer dem erwähnten Arbeitergesangverein Frammersbach noch einzuladen seien. Es waren dies der Volkschor Lohr und die beiden anderen Partensteiner Chöre, die Gesangvereine Sängerlust und Einigkeit.
Außerdem wurde beschlossen am 1. Mai auf dem Schlossberg ein Lied zu singen.

Die Enttäuschung war groß, als der Volkschor Lohr und die beiden Partensteiner Gesangvereine ihre Teilnahme am Liederabend absagten. Der Volkschor Lohr sicherte jedoch seinen Besuch zu bei einem anderen Anlass zu. Weshalb die beiden Partensteiner Gesangvereine fernblieben ist nicht bekannt vermutlich aus Konkurrenz und Rivalität.

Am Muttertag des Jahres 1953, (10. Mai) schmückten bereits morgens um 8:00 Uhr die jungen Vereinsmitglieder den Saal im „Hirschen“. An der Kasse saßen die passiven Mitglieder Peter Imhof und Joseph Herbolsheimer.
Den musikalischen Rahmen bildete Herr Effenberger mit einer Cello- und einer Klavierspielerin aus Lohr. Der Arbeitergesangverein Frammersbach war vollzählig erschienen. Der veranstaltende Verein hatte mehrere Lieder parat, darunter „Sängergruß“ und „Des Schäfers Sonntagslied“. Michael Neuf und Arthur Steigerwald hatten einen Liedvortrag den der Georg Herrmann mit Zitherspiel begleitete. Gedichte wurden von Richard Breitenbach vorgetragen. Der Vorstand des Arbeiter-gesangverein Frammersbach, Friedel Bauer, erläuterte den Sinn des Namens Arbeitergesangverein. An das Programm schloss sich ein gemütlicher Teil mit gemeinsamen Gesängen an. Der Schriftführer bemerkte noch zum Liederabend: „Wenn unserem Verein auch keine Hilfe durch die ortsansässigen Vereine zu Teil wurde, so kann man wohl sagen, dass dieser Abend, zumal es unser erstes Auftreten in der Öffentlichkeit war, ein voller Erfolg für uns gewesen ist“.
In der Folgezeit trat der Arbeitergesangverein immer wieder zu den verschiedensten Gelegenheiten, wie Hochzeiten, Geburtstagen und auch beim Forstgartenfest auf.

Im Juli 1953 wanderten die 18 aktiven Sänger über den Schlossberg nach Frammersbach. Dort wollten sie das Fest des Arbeitergesangverein Frammersbach besuchen. Auf dem Weg wurden die Lieder nochmals geübt die man in Frammersbach singen wollte. Auf dem Festplatz in Frammersbach wurden die Partensteiner Sänger vom Vorstand der Frammersbacher Sänger, Friedel Bauer begrüßt.

Die ersten Lieder die der Verein zum Besten gab, waren unter anderem: „Sängergruß“, „Des Schäfers Sonntagslied“, „Frühlingsgruß“, „Die Abendglocken“ und „Lustig zieht der Spielmann auf“.

Georg Herrmann, der Dirigent um1935
Foto: Archiv Elmar Weber

Der Arbeitergesangverein steckte in seiner Anfangszeit voller Elan, schon am 26. Juli 1953 fand ab 14 Uhr ein Gartenfest im Garten beim Gasthaus Rexroth statt.
Musikalisch untermalte die Blaskapelle Steigerwald das Fest. Als Gäste konnte der Vorstand Richard Breitenbach begrüßen: Gesangverein Sängerlust Partenstein, Arbeitergesangverein Frammersbach, Volkschor Lohr und die Plattlergruppe der Partensteiner Spechte. Eingeladen waren alle Ortsvereine, der Gesangverein Einigkeit Partenstein brachte eine schriftliche Absage mit der Begründung es hätte sich eines der Mitglieder des Arbeitergesangvereins „nachteilig“ über ihren Verein geäußert.

Als Eintritt wurden fünfzig Pfennig verlangt. An der Kasse saßen am Samstag Georg Amend und Johann Amend, am Sonntag nahmen Ludwig Müssig und Heinrich Kunkel diese Positionen war.
Bereits am Samstagnachmittag begann das „Rahmenprogramm“, Preiskegeln. Die Preisverteilung war dann am Sonntagabend, danach wurde in der Kegelstube getanzt.
Herr Knöchlein, der Vorstand des Volkschores Lohr, betonte in seiner Rede, dass das Dreigestirn, die Arbeitergesangvereine Frammersbach und Partenstein und der Volkschor Lohr, die begonnene Zusammenarbeit fortsetzen sollen. Der Dirigent des Arbeitergesangvereins Partenstein, Georg Herrmann, wurde vom Volkschor Lohr gebeten ihn zu dirigieren. Dies wurde als besonders schöne Geste aufgenommen. Das Gartenfest war ideell und finanziell ein großer erfolg für den jungen Verein.

Ein gemütlicher Abend am 1. August 53 mit freiem Essen und Getränken sollte die Mitglieder für die Arbeit beim Gartenfest entschädigen. Das Mitglied Oswald Born machte zusammen mit Helmut Amend Musik. Michael Neuf sang einige Lieder mit Gitarrenbegleitung.

Am Volkstrauertag bekam der Arbeitergesangverein, durch Gemeinderatsbeschluss, den Auftrag am Kriegerdenkmal ein Lied zu singen. Sie sangen „Selig die Gefallenen“.

Zur Weihnachtsfeier am 20.12. 1953 kam als Gast der Bürgermeister Mützel. Er be-tonte in seiner Grußansprache die Verdienste des Dirigenten Georg Herrmann und überreichte ihm einen Klavierhocker als Geschenk des Vereins.

Schon am 9. Januar 1954 fand die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen statt. Die Vorstandschaft wurde in ihren Ämtern bestätigt. Der Vorstand Richard Breitenbach machte den Vorschlag den Dirigenten für jede Singstunde zu bezahlen. Dieser lehnte den Vorschlag jedoch ab.Bemängelt wurde die schlechte Organisation bei den Veranstaltungen.

Der Arbeitergesangverein beim Forstgartenfest
Foto: Archiv Elmar Weber

Zum 60-jährigen Stiftungsfest des Turn- und Sportvereins am 11. Juli 1954 sang der Verein am Ende des Festprogramms den Chor „Mein deutsches Lied“. Auch beim Forstgartenfest des Spessartvereines sangen die Sänger vier Chöre.

Das Gartenfest am 12. Sept. 1954 war, bedingt durch schlechtes Wetter, nicht sehr gut besucht. Erst am Abend füllte sich der Saal der Gastwirtschaft Rexroth.

In der Weihnachtsfeier am 19.12. 54 überreichte der Vorstand Richard Breitenbach dem Dirigenten Georg Herrmann einen Sessel. Danach gab es eine Christbaumverlosung und Liedvorträge.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag besuchte der Verein den Arbeitergesangverein Frammersbach. Mit zwei PKW wurden die Sänger nach Frammersbach gefahren. Da das Kommen nicht angemeldet war, hatten die Frammersbacher keine Plätze reserviert. Trotzdem wurde der Abend ein Erfolg und die Partensteiner bedankten sich für die Starthilfe und die ausgeliehenen Lieder.

Die nächste Generalversammlung fand am 6.1.1955 mit 20 anwesenden Mitgliedern im Vereinslokal Rexroth statt.
Der Vorstand Richard Breitenbach dankte den Mitgliedern für ihre Leistungen, betonte aber auch dass es der Verein im Jahr 1954 nicht weit gebracht habe. Unter der Leitung des Wahlausschusses Helmut Diehl, Alfred Breitenbach und Wilhelm Steigerwald wurden Neuwahlen durchgeführt.

Alle Vorstandsmitglieder wurden in „Kampfabstimmungen“ gewählt. Wobei der 1. und der 2. Vorstand und der Kassierer wieder gewählt wurden. Neuer Schriftführer wurde August Steigerwald und zum Vereinsdiener wurde Theo Breitenbach gewählt. Der Vereinsdiener erhält eine „Aufwandsentschädigung“ von 30 Mark im Jahr.
Das Liedgutarchiv wurde von Kurt Imhof verwaltet. In den Vereinsausschuss wurden gewählt: Michael Neuf, Ottwald Born, Alfred Eich und Helmut Diehl gewählt. In der anschließenden Diskussion wurde bemängelt, dass die Pünktlichkeit bei den Ge-sangsproben zu wünschen übrig lässt. Es wurde von Gleichgültigkeit und Lässigkeit gesprochen. Werbeabende im Brunnengarten wollte man veranstalten. Eine Bezahlung des Dirigenten konnte man nicht beschließen, da man über die Preislage nicht Bescheid wusste. Das holte man zwei Tage später nach und gewährte dem Dirigenten eine Bezahlung von 150.- DM jährlich.

Der Kappenabend am 12.2.1955 war leider schlecht besucht wie der Schriftführer festhielt. Die Musik wurde von Ludwig Krimm und Helmut Amend für 30.- DM gestaltet. Am 27. Februar erklärten zwei Mitglieder in der Singstunde dem Vereinsdiener ihren Austritt.
Im März 1955 wurde der Verein vom Gesangverein Sängerlust zu einem Liederabend eingeladen. Man wollte der Einladung nur noch einmal Folge leisten, und hoffte dass die „Sängerlust“ auch einmal zu einer Veranstaltung des Arbeitergesangvereins erscheint.

Zu verschiedenen Gelegenheiten wie Geburtstagen und Hochzeiten von Mitgliedern wurden Ständchen gesungen.

Es war wieder ein Muttertags-Liederabend geplant. Dafür sollte der größte Saal des Dorfes, der des Gasthaus Desch genommen werden. Da aber am Sonntag dort Filmvorführungen stattfanden wurde der Liederabend auf Samstag dem 7. Mai 1955 vorverlegt. Die Eröffnung war um ½ 9 (20:30 Uhr).
Musikalisch wurde der Abend von der Kapelle Effenberger gestaltet. Als Gastvereine konnten der Arbeitergesangverein Frammersbach, der Gesangverein Einigkeit und der Gesangverein Sängerlust begrüßt werden. Nach der Begrüßung wurde ein Geicht von der Schülerin Jutta Durchholz vorgetragen. Der Vorstand des Frammersbacher Vereins bedauerte, dass so wenige Mütter an der Veranstaltung teilnahmen, war es doch eine Muttertagsfeier.

Es folgten wieder Ständchen zu Hochzeiten, Geburtstagen und Ehejubiläen. Am Forstgartenfest des Spessartvereins wurden wieder einige Chöre gesungen.

Am 29. Juli 1955 starb das Mitglied Peter Imhof. Der Verein ehrte ihn mit einem Grabgesang und einer Kranzniederlegung.

Am 10 Oktober 1955 kam aus über 10 jähriger Kriegsgefangenschaft Adolf Amend und am 16. Oktober Adolf Breitenbach nach Hause. Der Arbeitergesangverein ehrte die Heimkehrer mit einem Ständchen. Als dann am Mittwoch dem 26. Oktober die Gemeinde eine offizielle Feier zu Ehren der Heimkehrer abhielt, beteiligten sich die drei Partensteiner Chöre gemeinsam daran.
Der Arbeitergesangverein Frammersbach hatte für den 27. November zu einem Chorkonzert die drei Partensteiner Chöre eingeladen. Der Arbeitergesangverein und der Gesangverein Sängerlust beteiligten sich daran. Helmut Diehl organisierte einen Omnibus der Firma Weis in Frammersbach, der die Sänger dann für 70 Pfennige pro Person chauffierte.
Die Weihnachtsfeier am 17. 12. 1955 fand wieder um ½ 9 Uhr im Gasthaus Rexroth statt. Der Nikolaus (Helmut Neuf) bedachte jeden Sänger mit einem Sprüchlein und sein Begleiter, der Knecht Rupprecht (Georg Amend), verteilte an alle Sänger ein Päckchen. Es schloss sich eine Verlosung an, bei der jedes Los 25 Pfennig kostete. Leider war die Veranstaltung nicht gut besucht, wie der Schriftführer bemerkte.

Der Arbeitergesangverein auf dem Schlossberg
Foto: Archiv Elmar Weber

In der Jahreshauptversammlung am 14. Januar 1956 wurde über das vergangene Jahr berichtet: Drei eigene Veranstaltungen wurden organisiert. Acht Ständchen wurden gesungen, vier öffentliche Auftritte, zwei Mitglieder traten aus, acht neue Mitglieder konnten begrüßt werden und ein Mitglied war verstorben. Zahlreiche Lieder konnten neu beschafft werden. Doch das gesteckte Ziel (wir wissen nicht was es war) konnte nicht erreicht werden. Die Versammlung war von 25 Mitgliedern, davon 22 wahlberechtigten, besucht.
Es gab wieder eine Wahl mit diversen Kandidaten, doch die bewährte Vorstandschaft setzte sich durch. Erstmalig wurde auch der ehemalige Arbeitergesangverein in einem Protokoll erwähnt, man wollte „Fühlung mit den früheren Mitgliedern aufnehmen um evtl. die Tradition des alten Vereins zu übernehmen.

Durch den Gemeindediener mit der Dorfschelle wurde im Januar zum Kappenabend am 28.1. 1956 diesmal schon um 20:00 Uhr eingeladen. Der Abend war ein voller Erfolg, doch wirtschaftlich scheint es gerade so ausgegangen zu sein.
Am 27. Februar 1956 trat der Verein, Rückwirkend zum 1.1. in den Maintal-Sängerbund ein. Gleichzeitig wurde bemerkt dass man an dem diesjährigen Wertungssingen dieses Jahr noch nicht teilnehmen werde.

Zur Vergrößerung des Repertoires wurden neue Lieder bestellt.

Am 1. Mai 56 trafen sich die Sänger trotz regnerischem und kaltem Wetter auf dem Schlossberg um von dort ein einige Lieder in Richtung Dorf zu schmettern.

Am 13. Mai fand wieder das Muttertags-Konzert, diesmal im Saal des Mitglieds Leopold Harth statt. Die musikalische Begleitung wurde durch das Mandolinen-„Doppelquartett“ des Spessartvereins vorgenommen. Die Schülerin Jutta Durchholz trug wieder ein Gedicht vor. Die Gesangvereine „Einigkeit“ und „Sängerlust“ zeigte auch ihr Können. Der Arbeitergesangverein Frammersbach war verhindert.

Im Juli 1956 bestellte der Verein 100 Vereinsabzeichen, die zum Preis von 1,30 DM pro Stück verkauft wurden.

Ein kultureller und wirtschaftlicher Erfolg war das Gartenfest im Garten des Gasthaus Rexroth am 15. Juli 56. Die musikalische Beleitung des Festes lag bei der Frammersbacher Blaskapelle. Ein kleiner Festzug mit der erwähnten Blaskapelle und dem Gesangverein „Liederkranz“ von Heigenbrücken zog durchs Dorf.
Der Chronist berichtete weiter: „Außer wenigen Ortsbewohner waren Gäste: der Gesangverein „Liederkranz“ Heigenbrücken, der Arbeitergesangverein Frammersbach, der Gesangverein „Einigkeit“ schickte nur eine Abordnung und die „Sängerlust“ blieb sogar unentschuldigt!! fern. Von einem Ausflug kommend besuchte uns noch der Gesangverein „Frohsinn“ von Krommenthal“.

Zu einem Ausflug trafen sich die Sänger am 22.7. 56 um 7:00 Uhr am Vereinslokal um über Lohr, Karlstadt, Veitshöchheim zur Feste Marienburg In Würzburg. Das Mittagessen wurde in Poppenhausen eingenommen. In Bad Kissingen wurden die Kuranlagen besichtigt und in Elfershausen die Gaststätte Ulrich besucht.

Der Gesangverein „Einigkeit“ feierte am 30. Oktober 1956 sein 60-jähriges Be-stehen. Der Arbeitergesangverein trug mit ausgewählten Chören zum Gelingen des Abends bei.

Am Volkstrauertag trugen die drei Partensteiner Gesangvereine zur Gestaltung am Ehrenmal bei.

Der Verein veranstaltete am 23.12. wieder eine Weihnachtsfeier mit Besuch von Nikolaus (Alfred Eich) und Knecht Rupprecht (Kurt Imhof), anschließender Christbaumverlosung und gemütlichem Beisammensein.

Im Jahr 1956 traten 10 neue Mitglieder bei, so dass der Verein 59 Mitglieder hatte. Es wurden vier Ständchen gesungen.

Gleich zu Beginn des Jahres 1957 gab es Unstimmigkeiten zwischen dem Dirigenten Georg Herrmann und den Sängern. Im Protokoll der Jahreshauptversammlung wurde das Thema nicht mehr angesprochen. Die Vorstandswahlen 1957 brachten keine wesentliche Veränderung, lediglich das Archiv wurde von Karl Born verwaltet.

Einen Faschingsball im Gasthaus Harth mit der Kapelle Ursula aus Frammersbach hielten die Sänger am 13. Januar 1957 ab.

Als die Partensteiner SPD am 1.Mai 1957 eine Feier im Gasthaus Harth abhielt, sang der Arbeitergesangverein einige Lieder. Das Maisingen des Vereins fand deshalb nicht statt.

Der Liederabend zum Muttertag endete, wie der Schriftführer bemerkte, in einem Fiasko. Die Beteiligung der eingeladenen Vereine ließ auch zu wünschen übrig. Die „Einigkeit“ war mit 18 Sängern vertreten, die erst zusammengetrommelt werden mussten, die „Sängerlust“ ließ sich „durch Hörensagen“ entschuldigen, da ihr Dirigent an diesem Abend auswärts sei. Als Grund wurde angegeben, „dass die Menschen durch Radio, Fernsehen und Film anspruchsvoller geworden sind“.

Im Herbst 1957 trat das ehemalige Mitglied des Gesangverein „Sängerkreis Gemütlichkeit“ Michael Steigerwald an den Arbeitergesangverein heran um diesem die Fahne des Vereins zu übergeben. Am Kirchweihsonntag (10. November), trafen die ehemaligen Sänger der „Gemütlichkeit“ und die Vorstandschaft des Arbeitergesangvereins zusammen und besprachen die Übergabe. Bereits am 17. November trat der Arbeitergesangverein mit der Fahne am Kriegerdenkmal an.

In einer Generalversammlung am 8. 12. 57, zu der 26 Mitglieder des Arbeitergesangvereins und 13 Mitglieder des Gesangvereins „Gemütlichkeit“ erschienen waren wurden die Bedingungen der Fahnenübergabe besprochen:

1. Die Fahne ist in Ehren zu halten
2. der Name Gemütlichkeit soll weiter auf der Fahne stehen.
Die Stellungnahme des Arbeitergesangvereins lautete:
1. Es ist für uns Ehrensache die Tradition der Fahne hochzuhalten und würdig weiter zu tragen
2. Die Fahne behält ihren Namen „Gemütlichkeit“ und heißt nach Fertigstellung statt „Sängerkreis Gemütlichkeit“ dann Arbeitergesangverein Gemütlichkeit Partenstein.
3. Alle Mitglieder der „Gemütlichkeit“ ab 60. Lebensjahr werden zu Ehrenmitglie-dern ernannt.
4. am 60. 65. 70. 75. 80. und ab 80. Lebensjahr jedes Jahr, sowie bei der Silber- und goldenen Hochzeit ein Ständchen zu singen.
5. Alle Ehrenmitglieder erhalten anlässlich der Fahnenweihe die Ehrennadel mit Diplom.
6. Beteiligung des Vereins mit Fahne bei einer Beerdigung und einem Lied am Grab.

In der Versammlung wurde die Frage gestellt, ob der Verein nun Arbeitergesangverein Gemütlichkeit heißen müsse. Das Thema sollte in der Jahreshauptversammlung 1958 geklärt werden.

Der Sängerkreis „Gemütlichkeit“ war im Jahr 1900 gegründet worden und die Fahnenweihe des Vereins fand 1905 statt.

Die neuen Ehrenmitglieder:

Die Mitgliederzahlen stiegen stetig und am 1.7. 1957 zählte der Verein 80 aktive und passive Mitglieder. Die Weihnachtsfeier am 22.12. 57 war ein voller Erfolg für den Verein und am heiligen Abend sang der Arbeitergesangverein in der evang. Kirche zur Christmette.

Im Jahr 1957 traten 5 neue Mitglieder dem Verein bei, (ohne die Ehrenmitglieder der „Gemütlichkeit“), es wurden 15 Liederbücher gekauft.

In der Generalversammlung am 19. Januar 1958 wurde bekannt gegeben, dass der Verein über ein Vermögen von 1450 DM verfügte.
Die Wahlen zur Vorstandschaft bestätigten die bisherigen 1. und 2. Vorstände, Richard Breitenbach und Arthur Steigerwald, zum Schriftführer wurde August Steigerwald wieder gewählt, Kassierer wurde Paul Scholz. Zum Vereinsdiener wurde Alfred Amend und Archivar Kurt Imhof bestimmt.

Ausgiebig Fasching wurde mit einem Maskenball am 12. 1. bei Harth, am 1. Februar ein Kappenabend in der Bahnhofsgaststätte bei Mitglied Theo Breitenbach und einer am 8. Februar 1958 im Vereinslokal Rexroth.

Bei einem Wertungssingen des Hessischen Sängerbundes am 27.4. 1958 nahm der Arbeitergesangverein Partenstein teil. Die beiden gesungenen Lieder wurden mit gut bis hervorragend beurteilt. Das Gesamtprädikat lautete sehr gut und hervorragend.

Die Fahnenübergabe fand in einer zweitägigen Feier am 14. und 15. Juni 1958 statt. Am 14. Juni wurde die Fahne in einer großen Feierstunde im Gasthaus Harth im Beisein der alten Fahnenpatin Elise Steigerwald geb. Kreile und der neuen Fahnen-patin Elfriede Amend übergeben. Am 15. Juni wurde die Feier im Gasthaus Rexroth fortgesetzt. Dort spielten das Lohrer Trio „Senger“, die Mandolinengruppe, sowie die Frammersbacher Kapelle Maidhof. Die Mitglieder der Sängerlust bekamen Urkunden und Ehrennadeln und auf der Kegelbahn fand, wie immer bei den Sommerfesten ein Preiskegeln statt.

Der Maintal-Sängerbund feierte am 6. und 7. Juli sein 100- jähriges Bestehen in Lohr. Der Arbeitergesangverein Partenstein stellte nur eine Fahnenabordnung. „Von weiteren Beteiligungen wurde Abstand genommen“:

Am 13. Dezember 1958 wurde in der Singstunde der Dirigent Georg Herrmann gefragt, ob er nicht Mitglied des Vereins werden will. Da er seit der Gründung des Vereins dabei war und die Mitgliedschaft „versäumt“ wurde, wurde er rückwirkend Mitglied.

Im Jahr 1958 wurden bei Geburtstagen und anderen Anlässen zehn Ständchen gesungen, bei Veranstaltungen trat der Verein sechs Mal auf. Der Verein gewann drei neue Mitglieder und verlor ein Ehrenmitglied durch den Tod.

Finanzen in den Jahren 1962 bis 1974
Auffällig, die verschiedenen Kassen, einmal die Vereinskasse und zum Anderen die Sängerkasse.

Im Kassenbuch sind in den Jahren 1975 und 1976 nur noch geringe Ausgaben aber keine Einnahmen (außer Zinsen) mehr verzeichnet.
In einer Aufstellung vom 1. Januar 1972 werden 70 Mitglieder (aktive und passive) aufgeführt, dazu führt die Liste noch fünf Ehrenmitglieder an. Im Beitragsbuch werden jedoch für das Jahr 1972 81 Mitglieder aufgeführt.

Das undatierte Liederverzeichnis führt 106 Lieder auf.

Am 4.6. 1976 teilte Arthur Steigerwald dem Maintal-Sängerbund mit, dass der Arbeitergesangverein Partenstein als „ruht“ geführt werden und keine Beiträge mehr abführen will. Da die Meldung in der Mitte des Jahres gemacht wurde, musste für das Jahr 1976 noch der Beitrag an den Maintal-Sängerbund abgeführt werden.
In der Rechnung des Sängerbundes wurden 17 aktive Sänger vermerkt. Der Jahresbeitrag belief sich auf 73,24 DM.