Die evangelische Kirche in Partenstein

Die erste Kirche in Partenstein war sicher die Kapelle in der Burg. Von der Größe her war die Kapelle nicht für die Dorfbewohner gedacht.
War ihre Größe doch ähnlich eines heutigen Wohnzimmers.
1344 wurde bereits ein Pfarrer in Partenstein erwähnt.
Doch bis zur heutigen Kirche, erbaut unter vielen Problemen 1831, sollten noch mehrere Kirchen zu klein, oder zu baufällig oder wie 1562 einem Brand zum Opfer fallen.

evkirche

Die Kreuzkapelle

Die Kreuzkapelle liegt im Wald bei Frammersbach, Wiesthal und unweit von Partenstein.
Die Entstehung liegt im Dunkel des Mittelalters.
Unbekannt ist das Baujahr und wer der Erbauer oder Auftraggeber war.
Diese vielen Unbekannten förderten das Entstehen von Sagen über die Gründung.

kreuzkapelle

Schwerspatbergbau in Partenstein

Um 1825 begann der Schwerspatbergbau in Partenstein.
Die Blütezeit war zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Doch als 1948 ein Blitz in den Förderturm einschug, wurde der Abbau eingestellt.
Rings um Partenstein wurde sondiert und gegraben, an manchen Stellen war man erfolgreich.

schwerspat

Wer war Ferdinand Wiesmann?

Da wurde 1935 die Hauptstraße in Partenstein ausgebaut und erstmals mit einer Teerschicht versehen.
Natürlich bekam die Straße auch einen neuen Namen: „Ferdinand-Wiesmann-Straße“.
An diesen Straßennamen erinnert sich in Partenstein wohl niemand mehr. Die Straße wurde spätestens 1945 wieder zur Hauptstraße. Doch wer war Ferdinand Wiesmann, nach dem man diese Straße benannte?

http://gw-partenstein.de/wp-content/uploads/werwarwiesmann.pdf

Friedhöfe in Partenstein

Auch Friedhöfe haben eine Geschichte.

Sie wurden immer den Bedürfnissen und Gegebenheiten angepasst.
In der Frühzeit des Dorfes Partenstein lag der Friedhof um die Kirche, inmitten des Dörfchens.

Wir können den Platz als den lokalisieren, an dem jetzt das Kriegerdenkmal steht.
Wann der erste Tote dort beerdigt wurde ist nicht bekannt. Es dürfte aber bald nach Errichtung des Dorfkirchleins gewesen sein.

1344 wird ein Pfarrer von Partenstein, allerdings ohne Namen, genannt. 1375 dürfte Partenstein Pfarrei gewesen sein. Am 25. Mai 1471 wird der Hochaltar in der Kirche durch einen Bischof Siegfried feierlich geweiht. Damals bestand also schon die Kirche im Tal und um die Kirche der kleine Friedhof.

Weshalb nun 1585 der Friedhof verlegt wurde ist nicht bekannt. Aber das war nicht nur in Partenstein so. Überall wurden die Friedhöfe, die meist im Umfeld der Kirche lagen (deshalb auch oft Kirchhof genannt) nach außen, zumindest außerhalb der Ortschaften verlegt.
Wir können annehmen, dass die Pest und andere Seuchen die Menschen dazu bewog den Friedhof aus dem Ortskern zu verlegen.

1585 wurde in der Mitte des Oberen Weges, bergseits, ein neuer Friedhof errichtet.
Anscheinend wurden Anfangs die Toten beider Konfessionen dort beerdigt.
Das war aber nur bis 1715 so. Dann errichtete die kath. Kirchengemeinde einen eigenen Friedhof. Als erster Toter wurde der mainzische Gerichtsschreiber und Schulmeister auf dem neuen katholischen Friedhof um die erste katholische Kapelle zur letzten Ruhe gebracht.

Seit dieser Zeit gab es also zwei Friedhöfe, einen katholischen und einen gemeindlichen in dem die evangelischen Partensteiner beerdigt wurden. Nach dem Motto: „was im Leben nicht zusammen leben sollte, durfte auch im Tod nicht zusammen sein“.
An Allerheiligen 1833 wurde ein neuer katholischer Friedhof eingeweiht. Der erste Tote der dort seine letzte Ruhe fand war der ledige Schneider Johann Diehl.

Man kann annehmen dass auch der evangelische/gemeindliche Friedhof zu klein wurde.
Deshalb wurde am 28. Oktober 1849 oberhalb des bisherigen gemeindlichen, ein neuer Friedhof durch die politische Gemeinde Partenstein eingeweiht.
Die Gemeinde bezahlte für Grund und Boden und Umfassungsmauer 973 Gulden und 11 Kreuzer.

Der Zugang zum neuen Friedhof war durch den alten.
Dieser Platz ist durch fünf Grabsteine noch heute als früherer Friedhof zu erkennen.
(Siehe auch den Artikel „´s ahl Kirfich“)

Erst 1968 wurden die beiden Friedhöfe, nachdem sie wieder zu klein wurden, zusammengelegt. Solange dauerte es bis die Menschen merkten, dass Nachbarn auch im Tode Nachbarn bleiben können.
Im Mitteilungsblatt der Gemeinde Partenstein vom 3. August 1968 wurde das treffend bemerkt:

Es wird eine denkwürdige Stunde für Partenstein sein, wenn mit der Einweihung unseres Leichenhauses und des neuen Friedhofs- Mittelteiles unserer Gemeinde endlich e i n e n Friedhof hat, in dem unsere Toten in Gottes und der Menschen Frieden nebeneinander ruhen und keine Mauer mehr ihre Ruhestätten voneinander trennt. Und eines Tages wird es ganz selbstverständlich sein, dass auch zwischen den einzelnen Gräbern nichts Trennendes mehr zu sehen ist. Der Prozess des Umdenkens, des Sichlösens von alten, zum Teil falschen Vorstellungen davon, was wir unseren Toten und unserem gemeinsamen „Totenacker“ wirklich schuldig sind, wir länger dauern.

Bei der Zusammenlegung der Friedhöfe wurde auch eine Leichenhalle errichtet.

In den letzten Jahren wurde der Friedhof der Gemeinde immer mehr modernisiert. Zuletzt wurden neue, vorgefertigte Gräber und Urnengräber angelegt und eine neue Unterstellhalle für die Trauergemeinde gebaut.